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ICU‑Smart Keto im November 2025: Die neue SOP für Status epilepticus bei Erwachsenen — und ein sicheres, Schritt‑für‑Schritt‑Protokoll, das Sie anwenden können

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ICU‑Smart Keto in November 2025: The New Adult Status Epilepticus SOP—and a Safe, Step‑by‑Step Protocol You Can Use

Am 12. November 2025 veröffentlichte ein multidisziplinäres Team die erste detaillierte Standardarbeitsanweisung (SOP) für Erwachsene auf der Intensivstation zur Anwendung einer klassischen ketogenen Diät bei therapierefraktärem und superrefraktärem Status epilepticus (RSE/SRSE). Dieser Leitfaden übersetzt diese SOP — und die neuesten klinischen Daten — in klare Maßnahmen, Sicherheitschecks und Ernährungsdetails, die Sie heute am Krankenbett anwenden können. [1]

Warum das wichtig ist: SRSE ist selten, aber verheerend, und rechtzeitig eingesetzte metabolische Therapie kann lebensrettend sein. Die neue SOP standardisiert, wann begonnen werden sollte, wie ernährt wird (klassische 4:1‑KD mit stufenweiser Einführung und MCT‑Unterstützung), was überwacht werden muss und wann gestoppt werden sollte — und schließt damit eine lange bestehende Lücke, die Kliniker als Einsatzbarriere genannt haben. [2]

Was diese Woche neu ist — und warum es wichtig ist

  • Erste SOP für Erwachsene auf der Intensivstation zur KD in (S)RSE: veröffentlicht am 12. November 2025, mit expliziten Indikationen, Kontraindikationen, einem stufenweisen enteralen Protokoll und Sicherheitsflussdiagrammen. [3]
  • Prospektive Intensivstationsdaten (2025): in einer Serie von 12 Patienten löste die KD SRSE bei 75% innerhalb einer Medianzeit von 3 Tagen nach Beginn; unerwünschte Ereignisse waren mit Überwachung beherrschbar. [4]
  • Die Evidenzbasis bleibt begrenzt (meist kleine Kohorten und Klasse‑IV‑Evidenz), aber Durchführbarkeit und schnelle Ketose werden konsistent berichtet — selbst in multizentrischen Arbeiten. [5]

Evidenz auf einen Blick

Neue SOP (12. Nov 2025)

Empfiehlt frühe KD bei SRSE (vorzugsweise innerhalb von 24 h, wenn SRSE erwartet wird), klassische 4:1‑KD über enterale Sonde, stufenweise bis zu 90% Fettanteil, plus MCT zur Verstärkung der Ketose; definiert absolute/relative Kontraindikationen und Überwachung. [6]

Prospektive Intensivstationsserie (2025)

SRSE löste sich bei 9/12 (75%) nach median 3 Tagen post‑KD; Entwöhnung von Anästhetika und Beatmung folgte; Nebenwirkungen umfassten gastrointestinale Unverträglichkeit, Elektrolyt-/Stoffwechselstörungen — unter engmaschiger Überwachung korrigierbar. Evidenzniveau: kleine prospektive Kohorte. [7]

Durchführbarkeit (multizentrisch)

Erwachsene mit SRSE erreichten Ketose in einem Median von 2 Tagen; Krampflösung wurde in ~79% berichtet. Evidenzniveau: prospektive Durchführbarkeitsstudie, Klasse IV. [8]

Praxisbarrieren

Umfragen zur Versorgung von Erwachsenen mit SE nennen fehlende Standardprotokolle, ketosehemmende Medikamente und begrenzte Unterstützung durch Diätik/Apotheke als Hauptbarrieren — genau das, was die neue SOP adressiert. [9]

„Wir plädieren für einen frühen Beginn der KD bei allen SRSE‑Patienten ohne Kontraindikationen.“ [10]

Die SOP an die Patientenversorgung übersetzen: Ein praktischer Schritt‑für‑Schritt‑Weg

1) Indikationen und Zeitpunkt

  • Erwägen Sie die KD, wenn RSE länger als 72 Stunden trotz angemessener antiepileptischer Therapie persistiert, oder bei SRSE früh nach Aufnahme auf die Intensivstation; bei erwarteter SRSE innerhalb von 24 Stunden beginnen. [11]

2) Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

  • Absolute: schwere Leberinsuffizienz (z. B. AST/ALT >5× ULN oder Ammoniak >5× ULN), Triglyzeride >400 mg/dL, akute Pankreatitis, Ileus/Malabsorption, Typ‑1‑Diabetes oder pankreasbedingter Diabetes, Schwangerschaft. [12]
  • Relative: gleichzeitige Propofol‑Infusion (fettlast), schwere Elektrolytstörungen, hochdosierte Vasopressoren, anhaltende gastrointestinale Unverträglichkeit, septischer Schock; bei Topiramat/Zonisamid besondere Vorsicht (Azidose, Nephrolithiasis‑Risiko). [13]

3) Diät starten (enteral, klassisch 4:1)

Verwenden Sie handelsübliche flüssige 4:1‑ketogene Formeln über NG/PEG. Erhöhen Sie den Fettanteil stufenweise unter Überwachung der Verträglichkeit.

TagEnergie aus FettErnährungsansatz
Tag 1~70%Standard‑Enteralernährung mit 4:1‑KD‑Formel mischen, um ca. 70% Fettanteil zu erreichen
Tag 2~80%Anteil der 4:1‑KD‑Formel erhöhen
Tag 3~90%Volle 4:1‑KD‑Formel; zunächst kontinuierliche Zufuhr

Ab Tag 4 erwägen, emulgiertes MCT‑Öl hinzuzufügen (z. B. 45 mL Tag 4 → 75 mL Tag 5 → bis zu ~100 mL/Tag in geteilten Dosen), um Ketose zu beschleunigen/aufrechtzuerhalten, je nach Verträglichkeit. [14]

Makro‑Übersicht (klassisch 4:1): ~90% Fett, ~6% Protein, ~4% Kohlenhydrate nach Energie. Passen Sie das Protein stets an den klinischen Status und den gemessenen Bedarf an. [15]

4) Überwachung zur Patientensicherheit

  • Basislabor: Chemie (CMP), Lipide, Elektrolyte, Glukose/Ketone, pankreatische Enzyme; erwägen Sie kontinuierliches EEG vor und während der Einleitung. [16]
  • Täglich während der Einleitung: Glukose, Serum‑β‑Hydroxybutyrat (BHB), Elektrolyte/Säure‑Basen‑Status, Triglyzeride, Leberwerte; verfolgen Sie gastrointestinale Verträglichkeit und Flüssigkeitsbilanz. Urin‑Ketone sind für Entscheidungen zur Krampfkontrolle weniger zuverlässig als Serum‑BHB. [17]
  • Achten Sie auf: Hypoglykämie, metabolische Azidose, Hypertriglyzeridämie, Elektrolytverschiebungen und gastrointestinale Unverträglichkeit — passen Sie dann Formel/MCT‑Rate an, geben Sie bei Bedarf Bikarbonat und korrigieren Sie Defizite nach Intensivstationsstandards. [18]

5) Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Ernährung managen

  • Versteckte Kohlenhydrate (Dextrose in IV‑Lösungen, Suspendierungsmittel, Elixire) können die Ketose beenden — wo möglich auf kohlenhydratfreie Entsprechungen umstellen; koordinieren Sie Überprüfungen durch Apotheke/Ernährungsdienst. [19]
  • Propofol: als „relative Kontraindikation“ wegen kumulativer Fettlast betrachten; wenn verwendet, Triglyzerid‑ und Säure‑Basen‑Überwachung intensivieren und ein Taper in Erwägung ziehen, sobald Ketose erreicht ist. [20]
  • Topiramat/Zonisamid: erhöhtes Risiko für Azidose und Nierensteine — auf Hydratation achten, bei Bedarf Urinalkalisierung erwägen. [21]

ICU‑„Rezept“, das Sie kopieren und anpassen können

Dreitägige Induktion + MCT‑Titration (enteral)

  1. Tag 1: Kontinuierliche Zufuhr bei ~50 mL/h × 20 h unter Verwendung einer gestuften Mischung, um ~70% Fettenergie zu erreichen; prüfen, dass keine dextrosehaltigen Infusionen laufen. [22]
  2. Tag 2: KD‑Formel auf ~80% Fettenergie erhöhen; BHB, Glukose, Elektrolyte erneut prüfen; frühzeitige Azidose korrigieren, falls vorhanden. [23]
  3. Tag 3: Volle 4:1 (≈90% Fett); beginnen Sie mit der Verträglichkeitsprüfung für Bolus‑Unterbrechungen, wenn geeignet. [24]
  4. Ab Tag 4: Emulgiertes MCT‑Öl hinzufügen (Start 45 mL/Tag → 75 mL → bis zu ~100 mL/Taggeteilt). Nach Serum‑BHB und Verträglichkeit titrieren. [25]

Klinische Anmerkung: In einer prospektiven 12‑Patienten‑Intensivkohorte trat die SRSE‑Auflösung typischerweise innerhalb von Tagen nach KD‑Beginn auf (Median 3 Tage), gefolgt von Anästhetika‑ und Beatmungsentwöhnungen. [26]

Fehlerbehebung und Abbruchkriterien

Metabolische Azidose

Prüfen Sie Anionenlücke, Laktat und Ketone; Bikarbonatzufuhr in Erwägung ziehen; MCT oder Gesamtfett reduzieren, falls nötig. [27]

Triglyzeride steigen

Wenn TG >400 mg/dL oder schnell steigend, Fettprogression verlangsamen oder MCT pausieren; Propofol‑Exposition neu bewerten; temporär auf 80% Fett zurückstufen. [28]

Hypoglykämie

Verwenden Sie die minimale Glukosemenge zur Behandlung (große Dextroseboli vermeiden); nach Stabilisierung kohlenhydratfreie Strategie wieder aufnehmen. [29]

GI‑Unverträglichkeit

Rate verlangsamen; faserhaltige KD‑Formel verwenden; kleinere, häufigere MCT‑Dosen ausprobieren. [30]

Was das für Patienten und Angehörige bedeutet

  • Tempo: Wenn die KD wirkt, können Krampfkontrolle und Entwöhnung von Anästhetika innerhalb von Tagen, nicht Wochen, folgen. Die Evidenzqualität ist noch begrenzt, aber ermutigend. [31]
  • Sicherheit: Nebenwirkungen sind häufig, aber meist mit Laboren und protokollierten Anpassungen korrigierbar; die Diät ist jederzeit reversibel. [32]
  • Teamarbeit: Der Erfolg hängt von einem koordinierten Intensivteam (Neurologie, Intensivmedizin, Diätetik, Apotheke, Pflege) und rigoroser Überwachung ab. [33]

Bewährtes vs. Neues

  • Bewiesen/etabliert 2025: Durchführbarkeit schneller Ketose und protokollisierte Intensivverabreichung; standardisierte SOP für Erwachsene jetzt verfügbar. [34]
  • Vielversprechend, aber begrenzt: Wirksamkeitssignale (z. B. 75% Auflösung in einer kleinen prospektiven Serie) müssen in größeren, kontrollierten Studien bestätigt werden. [35]
  • Konsensbedarf: Umfragen zeigen Bedarf an besseren Praxisleitlinien — die neue SOP beantwortet viele dieser Lücken. [36]

Für ambulant betreute Keto‑Anhänger (nicht auf der Intensivstation)

Dieses Intensivprotokoll ist nicht für die Anwendung zu Hause gedacht. Wenn Sie eine ketogene Diät aus anderen Gesundheitsgründen befolgen, sind die Erkenntnisse allgemein: Vermeiden Sie versteckte Kohlenhydrate, priorisieren Sie Elektrolytbalance und koordinieren Sie die Betreuung mit Ihrem behandelnden Arzt — besonders, wenn Sie Medikamente einnehmen, die den Säure‑Basen‑Haushalt beeinflussen. Die neue SOP ist für kritisch kranke Erwachsene konzipiert und sollte nur von geschulten Teams umgesetzt werden. [37]

Handlungsorientierte Zusammenfassung (zum Ausdrucken und Aushängen)

  • Wann: KD früh bei SRSE starten oder nach >72 h RSE ohne Ansprechen auf Medikamente.
  • Wie: klassische 4:1‑KD, stufenweise bis Tag 3 auf 90% Fett; ab Tag 4 emulgiertes MCT nach Bedarf hinzufügen. [38]
  • Überwachen: tägliches BHB, Glukose, Elektrolyte/ABG, Lipide, Leberwerte; für Entscheidungen Serum‑, nicht Urin‑Ketone verwenden. [39]
  • Vermeiden: dextrosehaltige Medikamente/Spülungen; hohe Propofol‑Fettlasten ohne enge TG/Säure‑Basen‑Kontrollen. [40]
  • Abbrechen/Zurückstufen bei: unkontrollierter Azidose, schnell ansteigenden Triglyzeriden, Pankreatitis oder Unverträglichkeit trotz Anpassungen. [41]

Referenzen (Auswahl)

  1. Feil K, Schweikert D, Adolph M, et al. Ketogenic diet for status epilepticus in adult intensive care unit patients: a standard operating procedure. Neurol Res Pract. Veröffentlicht am 12. November 2025. [42]
  2. Ren Y, Zhang M, Fu X, et al. Ketogenic diet treatment for super‑refractory status epilepticus in the ICU: feasibility, safety and effectiveness. Front Neurol. 2025;15:1517850. [43]
  3. Wusthoff CJ, et al. Phase I/II multicenter ketogenic diet study for adult SRSE. Neurology. 2017. [44]
  4. Utilization of the ketogenic diet for adults with status epilepticus: barriers and needs. Epilepsy Behav. 2023. [45]

Hinweis zur Aktualität: Wir priorisierten die SOP vom 12. November 2025 (vor 4 Tagen veröffentlicht) und die neuesten peer‑reviewten Intensivstationsdaten, die bis Sonntag, den 16. November 2025 verfügbar waren. In den letzten 24–48 Stunden wurden neben der SOP keine weiteren peer‑reviewten Studien zur KD bei Erwachsenen auf der Intensivstation veröffentlicht; die oben genannten Quellen repräsentieren die aktuell verifizierten Evidenzen. [46]

Quellen & Referenzen

neurolrespract.biomedcentral.com

1 Quelle
neurolrespract.biomedcentral.com
https://neurolrespract.biomedcentral.com/articles/10.1186/s42466-025-00431-x
123610111213141516171819202122232425272829303437383940414246

pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

3 Quellen
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39871989/
472631323543
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28179470/?utm_source=openai
5844
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37271018/?utm_source=openai
9333645

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